Bildung findet häufig hinter den Türen statt. Die Menschen, die hinter diesen Türen sind, möchten wir Ihnen näher vorstellen: Ihre Erfahrungen, ihre Gefühle, Gedanken,  Ihre Hoffnungen. Ob nun Professor, Dozent, Trainer, Mitarbeiter einer Akademie, Ausbildungsleiter, Schüler, Studenten - sie sind es, die dafür sorgen, dass wir jeden Tag mehr wissen.

Hier können Sie den Blick "hinter die Kulissen",neue Ideen und Anregungen bekommen:

Chantal Kuschnereit

Welchen Einfluss hat Bildung auf dein Leben? 

Bildung spielte in meinem Leben schon immer eine große Rolle. Allerdings war es für mich zu Anfang schwierig, den richtigen Weg zu finden. Nach dem Abitur wollte ich eigentlich Anglistik oder Biologie studieren – tja, und dann habe ich mich zu einer Ausbildung entschieden: Industriekauffrau. Bereut habe ich es nie! Ganz im Gegenteil. Ein Grundinteresse an dem Beruf brachte ich natürlich mit, ansonsten hätte ich mich nie dafür entschieden. Aber, dass die Ausbildung eine derartige Leidenschaft für Wirtschaft in mir weckt, hätte ich nicht gedacht. Da ich immer studieren gehen wollte und ich nach der Ausbildung dachte: „Das war es doch jetzt noch nicht…“ habe ich ein Studium im Bereich Wirtschaftswissenschaften angefangen und danach noch den Master in Wirtschafts- und Rechtswissenschaften gemacht. Ich werde oft gefragt, ob Ausbildung UND Studium wirklich sinnvoll waren und jedes Mal antworte ich mit einem simplen „Ja“. Ich würde es jederzeit wieder so machen!

Nun bin ich wieder im Job und doch ist für mich mein Bildungsweg immer noch nicht zu Ende. Um beruflich und auch privat weiterhin zufrieden zu sein, möchte ich noch einige Weiterbildungen oder ein weiteres Studium (dieses Mal jedoch nebenberuflich) machen. Auch strebe ich eine Promotion in den nächsten Jahren an. Lebenslanges Lernen ist heutzutage ein geflügeltes Wort, was für mich allerdings absolut wichtig ist. Ich habe Freude am Lernen und am Wissen.

Chantal Kuschnereit, Jg. 1983, Industriekauffrau, M. A. Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Strategic Alliances Manager bei der AUBI-plus GmbH

Lola Siegmund

Welchen Einfluss hat Bildung auf Dein Leben?

Ich  bin von klein auf im Bildungsumfeld aufgewachsen. Meine Eltern haben 1992 ein eigenes Institut gegründet, bei Gesprächen am Küchentisch bekam ich mit, was es bedeutet, mit Herz, ganzer Kraft und vielen kreativen Ideen so ein Institut aufzubauen. Für meinen eigenen Bildungsweg habe ich erst einmal klein angefangen: von der Aushilfe im Sekretariat bis hin zur Organisation und Begleitung unserer Seminare bis hin zur heutigen Geschäftsführerin.

Nach dem Abitur machte ich eine Ausbildung zur Illustrations-Designerin und - zum Coach. Momentan studiere ich auf dem Master-Level Wirtschaftspsychologie. Als Coach und Lehrtrainerin begleite ich in unserem Institut  Menschen, die in Lebenssituationen sind, aus denen Sie andere und neue Wege gehen möchten. Dieses Zusammenarbeiten mit Menschen und die schnell sichtbaren Erfolge – das ist für mich als kommunikativer Mensch genau das Richtige. Ja, vielleicht habe ich es etwas leichter gehabt als andere, weil das, was meine Eltern aufgebaut haben, auch mich fasziniert. Trotzdem ist mir klar, dass es nicht immer einfach sein wird. Aber zum Glück ist Bildung für mich immer wieder Inspiration und ein lebenslanger Prozess, bei dem ich nie auslerne.

Lola A. Siegmund, geb. 26.01.1984, Geschäftsführerin des Besser-Siegmund-Instituts, Schwerpunkt mit Lehr- und Ausbildungskonzepten des „wingwave®-Coachings und des Neurolinguistischen Coachings – NLC.

Andreas Tonhäuser

Welchen Einfluss hat Bildung auf Dein Leben?

Was soll man bloß machen… mit einem Schulabschluss?

…da sagen einem die Lehrer und Freunde, mit einem Abitur kannst du alles machen! Nur was dieses „alles“ bedeuten kann, weiß man nicht! Studieren konnte ich… gut, nach Zivildienst und Tätigkeit im Rettungsdienst meinte ich nun das Richtige vor Augen zu haben: Meeresbiologie oder Tiermedizin :-) - aber, geworden ist es dann die Theologie und das Lehramt Germanistik/Sozialwissenschaften. 20 Jahre Tätigkeiten als Pastor in Wolfsburg, Göttingen und Oldenburg mit den Schwerpunkten Kinder, Jugend und Familie beinhalteten ein immer am Ball bleiben müssen. Sich weiterbilden, ausbilden lassen, sich den immer wechselnden Situationen stellen – es war spannend, abwechslungsreich und erfüllend… Bis zu einem Burn-Out – RESET! Wie kann das Leben nach solch einer Erfahrung weiter gehen? BILDUNG – Ausbildung! Bildung, so erlebte ich es hier in Hamburg beim ITB, ist mehr als eine Erweiterung von Qualifikationen. Ausbildung ist eine Chance, Leben wieder zu verstehen und leben zu können. Bildung ist Genuss und Teilhabe an gesellschaftlicher Gestaltung, an psychosozialer Gesundheit und, Bildung schenkt Beziehungen. Menschen begegnen, in jedem Individuum das Spannende und Faszinierende entdecken, selber Aufgaben und Sinn erleben und Erlerntes zum Wohl Anderer wie auch sich selbst einsetzen können, das ist ein Geschenk. Für mich ist Bildung und Ausbildung ein Geschenk, das Leben und Beziehungen bereichert und glücklich sein lässt.

 

Andreas Tonhäuser, Jg. 1965, Fachwirt Sozial- u. Gesundheitsmanagement und Dipl.-Theol., Familientherapeut AWO Ambulante Familienhilfen, 2014 Geschäftsinhaber Ponzilium Lehre-Beratung-Reden, Priv.-Dozent.

Melanie Marschke

Welchen Einfluss hat Bildung auf Dein Leben?

Ich bin Schauspielerin. Als erste in meiner Familie habe ich  einen künstlerischen Beruf ergriffen. Mein Herz schlug schon früh für Tanz und Theater. Während meiner gesamten Schulzeit hatte ich intensiven Unterricht in Ballett, Jazz-und Modern Dance, war Mitglied in verschiedenen Tanzensembles und stand bereits mit  zehn Jahren das erste Mal auf einer großen Bühne. Das prägt. Nach dem Abitur dann die große Frage: Was nun? Studiere ich Journalismus oder Philosophie oder Medienwissenschaften? Oder versuche ich, mir meinen Traum von einem Berufsleben auf der Bühne zu erfüllen? Ich  traute mich  und entschied mich für Letzteres. Ich studierte zunächst einige Semester  Musical  und wagte dann den Wechsel an die Schauspielschule. Ich wollte wissen, ob ich das schaffe, eine Schauspielerin werden. Während des Studiums lernte ich, neben Atem-und Sprechtechnik, Theatergeschichte, Rollenstudium, Improvisation und Gesang auch sehr viel über meine Stärken und Schwächen. Ich lernte, mutiger zu sein, Ängste zu überwinden, Grenzen zu überschreiten. Ich entdeckte meine Talente. In dieser Zeit  erhielt ich das Rüst-und Handwerkszeug, mit dem ich heute erfolgreich in den vielen verschiedenen Bereichen meines Berufes arbeite: auf der Bühne, vor der Kamera, im Synchronstudio, bei Lesungen oder Moderationen. Und immer gibt es noch etwas Neues zu lernen, der Beruf bleibt spannend und lebendig. Vor kurzem habe ich angefangen, Klavierunterricht zu nehmen-bis ich mich damit auf eine Bühne traue, wird es allerdings noch sehr lange dauern…..

 

Melanie Marschke, Jahrgang 69,studierte in Hamburg und begann ihre Schauspielkarriere am Westfälischen Landestheater .Sie stand  unter anderem in Lübeck, Hamburg und Leipzig auf der Bühne, war in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen und spielt seit 2001 die weibliche Hauptrolle  der Ina Zimmermann in  der erfolgreichen ZDF Krimiserie Soko Leipzig.

Prof. Joachim Kaland

Welchen Einfluss hat Bildung auf Ihr Leben?

Zunächst muss man überlegen, was Bildung überhaupt heißt. Bildung ist für mich nicht ein Seminar oder ein Unterricht, sondern die konsequente und ständige Arbeit an sich selbst. Bildung ist Persönlichkeitsentwicklung – in jeder Situation. Zum Beispiel wenn ich mit Freunden zusammen Musik mache und spüre, wie wir uns gegenseitig ergänzen, wie durch die Zusammenarbeit etwas Neues entsteht. Oder in Diskussionen mit meinen Schülern. Nennen wir Bildung also „Lernen, Entwicklung, Fortschritt.“

Sicher hat auch der Umgang mit Fehlern viel damit zu tun. Ohne Fehler entsteht kein Lernen – vorausgesetzt, man überlegt sich, warum die Fehler entstanden sind und wie man sie nächstes Mal vermeiden kann. So wird man besser. Aber nicht, wenn man gleich aufgibt und sagt „Das bringt doch alles nix.“ Bildung muss man sich erarbeiten – und dafür auch auf etwas verzichten. Dieses Erarbeiten ist sicher ein wichtiger Bestandteil – auch in meinem Leben. Talent allein reicht nicht aus. Auch musste ich feststellen: Bildung kommt nicht zu einem, man muss auf sie zugehen, sie suchen und finden. Aber das ist nicht so schwer, denn sie steckt in allem: in Büchern, in den Köpfen der Menschen, in der Natur, in der Musik. Für mich vor allem in der Musik und in den Naturwissenschaften. Sie sind logisch, wahr, sie sind authentisch. Übrigens sind das auch die Eigenschaften und Denkweisen, die ich sehr schätze und nach denen ich versuche zu leben.

Das Interview mit Herrn Prof. Kaland finden Sie unter http://www.apt-marketing.de/unsere-produkte-2/virtuelle-nacht-der-bildung/.

Prof. Joachim Kaland, geboren 1953, hat eine Professur an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und unterrichtet Mathematik und Musik am Wirtschaftsgymnasium H7 in der City Nord

Matthias Thesen

Welche Bedeutung hat Bildung in Deinem Leben?

„Wir alle sind nur Pilger.“

Nach meinem Schulabschluss hatte ich noch kein klares Berufsziel und habe erstmal eine klassische, vierjährige betriebliche Ausbildung zum Maschinenbaumechaniker gemacht. Danach musste ich mich eine Zeit lang mit Zeitarbeitsfirmen herumschlagen und habe verschiedenste Einsätze in unterschiedlichen Branchen gehabt. Als sich dann die Chance ergab, als Projektarbeiter auf dem international besetzten Schiff „Logos Hope“ zu arbeiten, habe ich sofort zugegriffen. Geplant waren 14 Tage Einsatz im Maschinenraum – daraus wurden 8 ½ Monate. Während dieser Zeit habe ich enorm viele Erfahrungen gesammelt und mit Kollegen aus der ganzen Welt zusammen gearbeitet. Vor allem das Zusammenleben auf engstem Raum mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen war eine Herausforderung. Während dieser Zeit wurden meine Englischkenntnisse auf die Probe gestellt und durch das tägliche Anwenden stetig erweitert – diese Tatsache kommt mir bei meiner jetzigen Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten sehr zu Gute. Nach der Reise von Kiel über Skandinavien, die Färöer Inseln und Großbritannien habe ich mich aber erst einmal wieder in Lüneburg niedergelassen und dort kurzfristig einen Schulkiosk übernommen. Hier sah ich meine berufliche Zukunft und hatte nebenbei auch genug Zeit, an meinem Science Fiction-Roman zu schreiben, welcher im letzten Jahr veröffentlicht wurde. Leider wurde der Kiosk nach gut drei Jahren von der Schulleitung geschlossen, so dass ich nach einer neuen Perspektive suchen musste. Nach den bereichernden Erfahrungen an Bord des Schiffes und mit einem internationalen Team, habe ich beschlossen, mir meine guten Englischkenntnisse und Erfahrungen im kaufmännischen Bereich zu Nutze zu machen und mit 29 nochmals eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondent an der Euro Akademie Hamburg zu beginnen. Nach meinem Abschluss möchte ich im Vertrieb im Bereich Neue Technologien, z.B. Robotik, arbeiten.“

Matthias Thesen, 2. Ausbildungsjahr zum Fremdsprachenkorrespondenten/Office Assistant an der Euro Akademie Hamburg

Matthias Findorff und Michael Jagorska

Welchen Einfluss hat Bildung auf Eurer Leben?

Matthias:

Während meiner Zeit als Gebietsleiter in der Systemgastronomie habe ich beschlossen, meine Bildung und Selbstverwirklichung selbst in die Hand zu nehmen und suchte bewusst nach Möglichkeiten mich weiterzuentwickeln, meine Fähigkeiten zu verbessern, gute Mentoren zu finden und mein Wissen zu vermehren – hilfreich war hier meine Leidenschaft und ehrenamtliche Tätigkeit als Jungendfußballtrainer beim HTB und beim FC St. Pauli (Rabauken Fußballcamps). Dort lernte ich durch die Kinder und Jugendlichen, die ich trainierte und betreute, was es bedeutet, mit Herzblut und voller Überzeugung bei einer Sache zu bleiben und entschied letztendlich, dass diese Arbeit (welche für mich keine Arbeit im eigentlichen Sinne ist), die einzig richtige für mich ist. Ich habe gemerkt, dass, sobald man seine „wahre Leidenschaft“ findet, alles Lernen leicht ist und einfach nur noch Spaß macht. Bildung bedeutet für mich, „sich wohlfühlen“, denn nur dann kann man seine Persönlichkeit auch wirklich entwickeln. Ich glaube, dass der Spruch: „Finde deine Leidenschaft und du arbeitest nie wieder einen Tag in deinem Leben“ absolut auf mich zutrifft. Dennoch ist aber immer auch teils harte Arbeit notwendig, wenn man wirklich ein Experte auf einem Gebiet werden möchte...

Michael:

„Über 11 Jahre war ich in der Transport- und Logistikbranche tätig, bevor ich mich vor 2,5 Jahren entschlossen habe, mich beruflich neu zu orientieren und den Beruf des Erziehers zu erlernen. Schon in meinem alten Tätigkeitsbereich waren mir berufliche Weiterbildung und das Erlernen neuer Kompetenzen wichtig, um mich beruflich und privat weiterzuentwickeln. Wachsen durch und mit Herausforderungen war zu der Zeit mein Motto. Anfangs als Export-Sachbearbeiter, später als Teamleiter, war Bildung für mich der Schlüssel zum Erfolg, wobei der Erfolg des ganzen Teams immer im Vordergrund stand. Bildung bedeutet für mich heute aber auch den Dialog und die Reflexion mit mir selbst. Das aktive Gestalten meiner Umwelt und der positive Austausch der Menschen im meinem Umfeld sind dabei wichtige Aspekte. Bildung gibt mit die Chance, Dinge neu zu sehen und in einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Der Beruf des Erziehers lässt mich jeden Tag Neues entdecken und gibt mir die Möglichkeit, täglich neue Seiten an mir kennen zu lernen. Gerade in der Arbeit mit Kindern ist eine offene Art und die Bereitschaft von anderen zu lernen, ein wichtiger Faktor und zugleich Antrieb für mich.“

Matthias Findorff und Michael Jagorska, Auszubildende im 3. Jahr zum Staatlich anerkannten Erzieher an der Euro Akademie Hamburg

Mirja Rothschädl

Welche Bedeutung hat Bildung in Deinem Leben?

Vor der eigentlichen Bildung kommt für mich ein spezifisches Interesse, ein Talent oder ein Thema mit einer besonderen Anziehungskraft. Bildungshunger. Bildungslücke. Ich spüre genau, da ist was in mir drin. Ich will es größer werden lassen, es besser können, mehr darüber wissen. Aber ich bekomme es alleine nicht hin. Bildung bedeutet für mich, sich den eigenen Bedarf bewusst zu machen, nach draußen zu gehen und mit Menschen zusammenzukommen, die lehren, inspirieren und wachsen lassen können. Gute Wegbegleiter zu finden. Ich habe nach dem Abitur eine Ausbildung zur Europasekretärin gemacht. Eine Vernunftentscheidung, die aber meiner Affinität zu Sprachen und dem Ausland entsprochen hat. Eigentlich wollte ich Gesang studieren. Meinen Eltern war das suspekt, sie wollten etwas Solides für mich. Die Musik hat mich trotzdem immer fest im Griff gehabt. Ich habe in Chören gesungen, im Duo, mit Band oder Solo. Und nun ist es soweit: nach Jahren im kaufmännischen Beruf und zu Hause bei meinen Kindern habe ich am Hamburger Konservatorium ein Studium zur Musikerzieherin begonnen, Hauptfach Jazz-Gesang. Hier wird meine „Learning-by-doing“-Stimme fundiert ausgebildet, meine musikalische Begabung gefördert und ich kann mir den – bisher weitestgehend gemiedenen – musiktheoretischen Bereich endlich erschließen. Und, Überraschung: durch den pädagogischen Fokus ist dieses Studium nicht weniger solide als meine erste Ausbildung. Später werde ich Kindern und Erwachsenen Gesangsunterricht geben können, und sogar die allgemeinbildenden Schulen stehen mir offen.

Mirja Rothschädl ist Studierende der "Diplom-Musikerziehung" am Hamburger Konservatorium.

Mark-Felix Schütz

Welche Bedeutung hat Bildung in Deinem Leben?

Koch oder Goldschmied zu werden, BWL oder Biologie zu studieren. All das habe ich nach dem Abi ernsthaft überlegt. Ich entschied mich dafür VWL und BWL zu studieren, nachdem ich an der Universität St. Gallen angenommen wurde - ganz einfach, weil mich von klein auf das Unternehmertum fesselte: ich bastelte schon als Kind Osterdekoration und verkaufte es den Nachbarn. Auf meinem Weg zur Studienentscheidung habe ich mit vielen Studenten geredet. Dies zog einiges an Reisen und Strapazen nach sich. Ich habe gesehen, dass es vielen so wie mir geht und alle vor der Frage stehen: wie mache ich das Beste aus meinem Leben? Und die Entscheidung für oder gegen ein Studium, für oder gegen eine Themenwahl ist wirklich nicht einfach. Da habe ich mir gedacht ich mache aus meiner „Schwäche“ überall verbessern zu wollen eine Stärke. Anderen die Berufsentscheidung zu erleichtern habe ich kurzerhand zu meinem Beruf gemacht und mit Kollegen Campus-Compass.eu gegründet. Die Plattform bringt Schüler und Studenten zum Austausch online zusammen und verknüpft Studiengänge mit Berufsperspektiven. Seither verdiene ich mein Geld mit Unternehmen, die Schülern und Studenten Berufsperspektiven aufzeigen. Meinem Hobby „Kochen“ widme ich seitdem trotzdem meine Freizeit.

Mark-Felix Schütz, geb. 20.09.1986 in Heidelberg, Master Wirtschaftswissenschaften mit Technologie, TU München und Bachelor der Volkswirtschaftslehre, Universität St. Gallen, Gründer des Portals campus-compass.eu.

Christoph Halstenberg

Welchen Einfluss hat Bildung auf Ihr Leben?

Mmh…sehr viel. Nach meinem Realschulabschluss wollte ich unbedingt Kapitän werden. Nur zu der Zeit ging es bergab mit den Reedereien, und wenn es etwas geworden wäre, dann wohl ein Weg in die Arbeitslosigkeit. Also, hilft ja nix, ich ging dann an das Wirtschaftsgymnasium und holte mein Abitur nach. Keine Frage, da war auch der Einfluss meiner Familie mit im Spiel, mein Vater ist selbst Handelslehrer gewesen. Heute bin ich Abteilungsleiter des Wirtschaftsgymnasiums City Nord und unterrichte den Fachbereich Wirtschaft. Vielleicht zeigt mein Lebenslauf: auch, wenn es nicht gleich mit dem Traumberuf klappt,es gibt verschiedene Wege, beruflich glücklich zu werden. Ich mag meinen Job, ich mag die Jungs und Deerns, mit denen ich zusammen arbeite, und daher habe ich dann auch „ja“ gesagt, als man mich fragte, ob ich die Pensionierung noch ein paar Jährchen aufschieben würde. Und wenn ich dann an meinem Geburtstag meine Bürotür zur Aula öffne und da stehen sie, die Schüler, und singen für mich – da denke ich, hab´ ich doch irgendwas richtig gemacht.

Christoph Halstenberg, Abteilungsleiter H7 Berufliches Gymnasium City Nord, heute glücklicher Kapitän einer Ohlson 88.